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Mia hat im Praktikum einen Tag zusammengefasst!
21. Dezember 2008 | Ein Beitrag von , abgelegt unter Vermischtes. [ Kommentare: keine ]

TaGGS und Lysistrate waren im Probenpraktikum. Eine Woche lang! Es war heftig! Wir haben drei Produktionen parallel probiert und ein Tanzprojekt dazu.

Wie sich das bei einer Teilnehmerin anhört, das lesen Sie hier:

„Good morning, good morning, good morning…“ tönt es um Punkt 7:30 Uhr durch die Gänge von Schloss Dreilützow. Die Mitglieder der Theatergruppen TaGGS und Lysistrate quälen sich unter Schmerzen des Vortags aus der Wärme ihrer Betten hervor um zu duschen – oder einfach um das Bett zu wechseln und einem anderen Mitglied die Decke zu klauen. Mich stört das alles wenig, ich bin seit fünf Minuten wach und habe vor ca. 27 Sekunden das Licht im Zimmer angeknipst. Jetzt sitze ich mit gekreuzten Beinen auf meinem Bett, starre den Stuhl an der Decke an und ignoriere das Pochen in meinem Knie. Dann wird mir das Schweigen im Zimmer zu doof und ich kratze mein Waschzeug zusammen um ins Bad zu gehen, damit ich wieder richtig gucken kann. Nach dem Badgang rolle ich, immer noch nicht richtig wach, die Treppen runter in den Frühstücksraum. Dort ertränke ich eine Schüssel in Cornflakes und schütte noch eine halbe Tüte Kakao drüber. Dazu gibt es eine Tasse schwarzen Tee mit Milch und Alpha-D-Amylose – zu Deutsch: Zucker. Das Wetter lässt irgendwie zu wünschen übrig, aber egal, wir kommen eh nicht raus.
Eine halbe Stunde vor Probenbeginn sitzen die Frühaufsteher im Gemeinschaftsraum, starren undefinierbare Bilder an, tun so als spielten sie Schach und beobachten die leere Spekulatiustüte. Fünf Minuten vor Probenbeginn wird es laut. Franzi sucht ihr Vorabi (ja, sogar Vorabi kann man hier schreiben, im Kaminzimmer!), Steffie braucht ein Tafelwerk, Menschen schreien und rennen durcheinander wie ein Hühnerhaufen. Die Tür zum Teppichsaal öffnet sich und die Menge strömt hinein. Irgendwer holt den Ghettoblaster und einer von vielen stellt sich nach vorne um zur Erwärmung herumzuhampeln, die anderen hampeln mit, wir haben ja sonst nix zu tun. Nach dem erwärmenden Rumgehampel teilt sich die Gruppe, es wird Musik gehört, Arme kreisen, Köpfe rauchen und Dieter (Wer ist eigentlich Dieter?)guckt zu. Ganz zum Schluss dürfen wir uns noch “entspannen”, Spielleiterin Holz empfiehlt Mittagsschlaf und wir gehen essen – obwohl wir uns streiten, ob wir grade Blumenkohl oder Fisch essen. Zu Dillsoße gehört doch eigentlich eher Fisch… egal. Ein paar Leute wollen im Märchenzimmer noch Wölfchen zocken, ich bemächtige mich lieber eines Rechners und malträtiere die Tastatur. Nur bis Zwei! Puh!
In der Nachmittagsprobe wird es wieder anstrengend, aber dazu sind wir ja hier. Unsere Produktivität sprengt fast den Raum, man sieht es den Fenstern an, da läuft der Schweiß als Kondenswasser ab! Dann ziehen wir wieder unsere Kreise, schleppen Leichen und zwischendurch lehnen wir uns wahlweise an die Heizung oder aus dem Fenster – zu warm oder zu kalt ist es nämlich sowieso immer. Gegen vier gibt es Kuchen, aber der Marmorkuchen ist natürlich schon wieder fast alle, trinke ich halt wieder schwarzen Tee mit ohne Milch und mit Alpha-D-Amylose. Dann geht es noch mal zwei Stunden weiter, das Abendbrot in Aussicht. Bei eben diesem ertränke ich statt den Cornflakes vom Frühstück den Salat, aber nicht in Milch sondern in Dressing, dazu eine Stulle mit irgendwas drauf, ein paar saure Gurken. Fühle nur ich mich so schwanger?
Eine Stunde müssen wir noch absitzen, dann dürfen Kämpfer, Naturwissenschaftler und Krabatten Arbeitsergebnisse präsentieren. Und deshalb sind ein paar “Oberstreber” schon zwei Minuten nach dem letzten Bissen am Probieren! Aufgenommen wird das Ganze natürlich auch noch, aber was soll’s, einer muss den ganzen Quatsch wahrscheinlich dokumentieren, damit am Ende wieder wer Schuld ist. Oder auch nicht, spielt ja keine Rolle, Hauptsache es ist auf dem Band. Später wundert man sich immer, wie daraus ganze Theaterabende werden.
Nach ein bis zwei letzen Probenstunden ist es zehn Uhr, es sind eigentlich alle durch, aber schlafen ist ja uncool! Also spielen wir Wölfchen, gucken DVDs oder hacken auf Tastaturen rum. Mancher ist auch gerne mal uncool und schläft dann doch. Oder gar nicht, dann pokern wir halt die Nacht durch, ist auch egal. Aber wer in der letzten Nacht brav schläft, dem malt Dieter sogar einen pinken Punkt auf die Nase (Dieter ist das Schlossgespenst auf Dreilützow).


27.November- Internationaler Tag des Schultheaters!
4. Dezember 2008 | Ein Beitrag von , abgelegt unter Vermischtes. [ Kommentare: 1 ]

Und deshalb waren die Theatergruppen an Schulen in ganz Deutschland aufgerufen, an diesem Tag um 5 vor 12 theatrale Aktionen zu performen, um darauf hinzuweisen, dass wir mit unserem Schulfach Theater aus der Nische herauswollen! Naja, bei uns an der Schule hat sich das mit der Nische, bei uns ist theatermäßig so einiges möglich…

Aber dass wir damit in M-V schon fast allein da stehen, dass es an anderen Schulen weniger Schultheater geben darf als noch vor wenigen Jahren, das lässt uns nicht kalt… Da muss man was tun! Zum Beispiel dies hier! Das war zwar vier Tage zu früh, aber die “hamlet. net”-Leute waren halt vom M-V-Bildungsminister Tesch zu einer Auszeichnungsveranstaltung ins Konzert-Foyer des Schweriner Theaters eingeladen, und da bot sich diese Aktion eben an!

Und dann folgte am 27. November noch eine Stomp-Performance in der Kantine des Bildungsministeriums. Angezettelt von 35 TaGGSlern und Lysis! Um 5 vor 12 Uhr! Und weil wir grad so schön dabei waren, gabs auf dem Schweriner Marienplatz für die Schweriner noch ne kleine Zugabe! Das verlinken wir hier in Kürze, wenn das Filmchen fertig und hochgeladen ist!