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Künstlerprojekt ist halt nur ein Arbeitstitel!
23. Januar 2011 | Ein Beitrag von , abgelegt unter Vermischtes. [ Kommentare: 1 ]

Das trifft es ja nicht so recht! Denn die Beteiligten beschreiben ihr Projekt so:

Eine ganze Kindheit lang hat man uns erzählt, Musik und Kunst seien unglaublich wichtig für den Menschen, er könne seine Persönlichkeit viel prachtvoller entfalten bei täglicher Beschäftigung mit den Musen. Und wir waren folgsam. Nun aber schicken wir uns an, eine Lebensperspektive zu entwickeln.
Zeit für eine Bestandsaufnahme!

Pianisten und Geiger kommen heute eher aus fernöstlichen Regionen, da haben sie halt einen ganz anderen Ehrgeiz mit ihren Kindern, da sitzen die mit Drei schon am Klavier.
Künstler haben immer kein Geld und Projekte, Projekte… Theatermenschen sind stets unzufrieden und sehen immer völlig fertig aus ohne Schminke.
Werd doch lieber Arzt, hast doch gute Noten. Augen auf bei der Berufswahl…
Bist du bescheuert, mit Kunst kann heut keiner mehr nen Blumentopf gewinnen!
Zeit für eine ernsthafte Bestandsaufnahme, wirklich!

Aber Zeit ist ganz genau das, was wir eigentlich nicht übrig haben. Das gut geförderte, schulisch wohl integrierte Kind lernt, übt und geht brav zur Probe!
Zur Probe, genau: Deshalb haben wir die Probe zum Schutzraum für die fällige Bestandsaufnahme gemacht.
Wir sind neun Goethe-Gymnasiasten aus dem kleinen Provinzhauptstädtchen Schwerin, wir sind vom Musikgymnasium. Einige spielen seit Jahren Theater, der Rest widmet sich dem Gesang, malt oder spielt Klavier…
Dieses Projekt aber machen wir gemeinsam, dafür haben wir uns zusammengetan, haben in unseren Biografien rumgestochert, geredet und gestritten um Ziele und Pläne fürs Leben.

Wir haben gern inkauf genommen, dass wir aufs Dach kriegen von all unseren sonstigen Lehrern und Förderern, weil wir uns dieses zusätzliche, in ihren Augen eher überflüssige Projekt übergeholfen haben, für das wir ja eigentlich gar keine Zeit übrig haben…
Irgendwo muss man halt mal innehalten und zu sich selbst kommen.
Wir tun es auf der Bühne!

Und “wir”, das sind in diesem Fall: Hannah Hagemann, Lisa Prochnow, Christin Neuber, Marina Vowinkel, Justus Barleben, Max Darsow, Christian Kock, Sebastian Lange, Robert Will!

Heut haben wir den ersten Durchlauf gefilmt, es braucht noch hier und da ein bisschen Schliff, ein bisschen kritische Meckerei von der Pädagogenbank, und am Bühnenbild muss auch noch gearbeitet werden. Aber sicher ist der Premierentermin im Februar! Aber dafür brauchen wir eben noch einen vernünftigen Titel! Also das Stück soll heißen…

Vorstellungen:

Premiere am 25.2 um 19:30
2.Vorstellung 26.2 um 19:30

3. Vorstellung am 10.3. um 20 Uhr!


Fürs neue Jahr vornehmen: Seite besser pflegen!
2. Januar 2011 | Ein Beitrag von , abgelegt unter Vermischtes. [ Kommentare: 1 ]

Hier auf der TaGGS-Seite war ja echt nix los in den letzten Monaten… Liegt an den sozialen Netzwerken, na schwatzt man so dahin, und immer ganz kurz! Passt besser zur fehlenden Muße!
Jetzt aber Schluss mit den Ausreden: Taggs war umtriebig und hat außerdem drei Projekte am Wickel, die in den nächsten Monaten fertig werden sollen.
Zum Ersten gibt es ein Projekt von neun jungen Künstlern (Justus Barleben, Sebastian Lange, Hannah Hagemann, Christian Kock, Christin Neuber, Marina Vowinkel, Max Darsow, Robert Will und Lisa Prochnow), die als Grenzgänger zwischen Musik, Tanz, Bildender Kunst, Literatur und Theater “Grenzüberschreitungen” wagen werden. Die Beteiligten begeben sich dafür immer wieder ganz bewusst an die Grenze dessen, was sie können und in ihren jeweiligen “vertrauten” Kunstformen gelernt haben und versuchen, auf der Grenze wie auf des Messers Schneide ein Weilchen zu balancieren, um diesen Schwebezustand auszukosten und zu erfahren. Automatisch gelangt das Ensemble dadurch auch immerzu zu der Frage, wie viel Künstlertum so ein stinknormales Jugendleben eigentlich duldet, aushält, erträgt, fordert…
Dieses Theaterprojekt ist übrigens eine weitgehend selbstständige Schülerproduktion, da sie von Anne Holz nur beratend begleitet wird. Solche Projekte gab und gibt es bei TaGGS schon seit Langem, sie sind mittlerweile eine wohlgelittene, weil erfolgreiche Art der Zusammenarbeit zwischen “jugendlichen Wilden” und Theaterlehrer am Goethe-Gymnasium Schwerin. Erinnert sei hier zum Beispiel an “Kannibalen”, ” “Iphigenie”, “hamlet.net” und andere Projekte. Premiere des Grenzgängerprojektes soll im Februar sein.
Zum Zweiten erarbeitet TaGGS im Oberstufen-Ensemble eine Nibelungenvariante, die, ausgehend von verschiedensten Materialien, die Großthemen Gier, Neid, Schuld, Rache versus Vertrauen, Verantwortung und Liebe herunterbrechen soll auf ein für Jugendliche spannendes, weil fassbares Maß. Es soll also eine sehr heutige, eine sehr gegenwärtige Auseinandersetzung werden, hinter der man die beteiligten Schülerinnen und Schüler deutlich erkennen kann. Um diesen Theaterabend genauer konzipieren und probieren zu können, begibt sich TaGGS vom kommenden Montag an für eine Woche ins Probenpraktikum nach Dreilützow. So hoffen wir den Premierentermin, angekündigt für Anfang Mai, einhalten zu können.
Aber es gibt auch ein Drittes: Ein “Projekt für jugendliche Helden”, das heißt fürs Nachwuchsensemble von TaGGS. Deshalb kommen auch die “Möhrchen”, die TaGGSler der siebten bis neunten Klasse, mit ins Probenpraktikum, um ihre Produktion voranzubringen.
Damit das nun funktionieren kann mit den zwei parallel probierenden Gruppen in Dreilützow, und um einem Nervenzusammenbruch der Theaterlehrerin vorzubeugen, begleitet eine TaGGSlerin, die das Nest längst verlassen hat und in Bern Schauspiel studiert, nämlich Julia Gräfner, die Gruppe, um als zweite Spielleiterin im Probenpraktikum mitzumischen. Auch das Nachwuchsprojekt soll nämlich noch in diesem Schuljahr premierenreif vorbereitet werden.
So, und nun hoffen wir auf Kraft und jede Menge Ideen und Inspiration für die kommende Probenwoche, in der der schulische Alltag scheinbar ganz weit weg von TaGGS bleibt…