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“Grünes Obst. Ein musikalisches Theater”
30. August 2011 | Ein Beitrag von , abgelegt unter Vermischtes. [ Kommentare: 1 ]

Am Freitag, den 2. September 2011, und am Montag, den 5. September, präsentieren wir stolz das Jahrestheaterprojekt der achten bis zehnten Jahrgangsstufe von TaGGS! Beide Vorstellungen finden in der Aula des Goethe-Gymnasiums statt und beginnen um 19 Uhr!

Es spielen mit:

Katarina Vowinkel, Anna Zhukovets, Elisabeth Rimkus, Gloria Baden, Friederike Birr, Paula Brenne, Theresa Zschunke, Luise Osten, Nele Christoph, Helene Sonntag, Marie Fritsch, Juliette Celine Prochnow, Charlotte Schön, Julia Zäske, Lena-Marie Brinker, Ulrike Wegner, Anne-Marie Klinger, Lucie Kreuzer, Lotte-Sophie Footh, Moritz Rossmann, Joshua Dann, Björn Eidmann

Technik: Paula Brenne, Clara-Helene Gerhardt

Eine Kurzbeschreibung:

Eine Generation Kevins, Chantalls und Maxens, und das soll unsere Zukunft sein? Abhängig von internetfähigen Handys, Mp3-Playern mit Berührungsfunktion und Hosen, die drei Nummern zu groß sind, sollen sie unser Land aus der Krise führen?Faul, dumm und wortgewandt, wenn es um den eigenen Vorteil geht, dieses asoziale Bild drängt sich auf, wenn der Name „Kevin“ fällt. Stellvertretend für die ganze Generation der heute Dreizehn- bis Sechzehnjährigen?

Aber wie sieht sich dieser Horrorhaufen selbst? Die permanente Erreichbarkeit durch Handys ist von den Eltern der in den Peripherien wohnenden Jugendlichen ausdrücklich erwünscht. Wer stundenlang Zug fahren muss, der braucht Musik und zu enge Hosen sehen auch nicht mehr schön aus.Eigentlich würden sie gern mehr machen, aber dazu fehlt den Kevins, Chantalls und Maxens, die wir kennen gelernt haben, die Zeit. Neben Klavierstunden und Ballett ringen Schule, Freunde und Familie um Aufmerksamkeit. Wo soll da noch Zeit bleiben, wenn schon an diesem Punkt die 24 Stunden des Tages nicht ausreichen? Ist es nicht möglich, dass die „Jugend von heute“ nicht faul, sondern schlichtweg überfordert ist? Wenn die Unhöflichkeiten, welche die Großeltern beanstanden, gar nicht Unfhöflichkeit, sondern Erschöpfung ist? Wer kann schon immer aufmerksam alle Anforderungen des Lebens erfüllen? Doch genau das scheint man von den Kevins von heute zu verlangen.

Direkt aus dem Leben kommen die Geschichten, welche die 22 Spielerinnen und Spieler auf der Bühne erzählen. Als Zöglinge eines traditionsreichen Musikgymnasiums wissen die Mädchen und Jungen sehr genau, wovon sie im Scheinwerferlicht reden. Gleichzeitig drängt sich die Frage auf, ob die Chorkinder wirklich Kevins oder eher Theodors sind. Aber auch, ob die jungen Menschen zu Einzelkämpfern erzogen werden, obgleich „teamfähig“ ein Adjektiv ist, das in keiner Bewerbung fehlen darf.

Und am Ende stellt sich auch den Zuschauern die Frage: Sind wir nicht alle ein bisschen Kevin? (Isabell Berthold)